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Immobilien als Kapitalanlage: Lohnt sich das noch?

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Max

Senior Berater · 16. März 2026

"Immobilien sind die beste Geldanlage." Das hörst du überall. Kein Wunder: Immer wenn eine Liegenschaft verkauft wird, tanzen die Makler und die Banken. Aber stimmt das wirklich? Sind Immobilien wirklich die bessere Alternative zu Aktien und ETFs? Oder ist es eher ein romantisches Märchen, in dem am Ende der Bankberater am besten verdient? Lass uns die Zahlen sprechen.

Immobilien vs. ETFs: Der ehrliche Vergleich

Der erste Punkt: Immobilien erfordern massiv mehr Kapital als ETFs. Während du mit 1.000 € in einen ETF-Sparplan startest, brauchst du für eine Immobilie Eigenkapital von mindestens 10 % bis 20 % des Kaufpreises. Bei einer 300.000 € Wohnung sind das 30.000 bis 60.000 € sofort. Das ist für viele Menschen ein Hindernis, das sie nicht unterschätzen sollten.

Der zweite Punkt: Bei ETFs ist dein Geld schnell investiert und in kurzer Zeit wieder zugänglich. Eine Immobilie zu verkaufen dauert Monate und kostet Gebühren. Die Liquidität ist ein großer Vorteil der Aktienmärkte.

Was bedeutet Eigenkapital und warum ist es so wichtig?

Eigenkapitalquote: Das Fundament deiner Finanzierung

Die Eigenkapitalquote ist der Prozentsatz des Kaufpreises, den du selbst aufbringst. Der Rest wird finanziert. Eine Quote von 20 % oder höher ist komfortabel. Unter 10 % wird es teuer und manchmal schwer, einen Kredit zu bekommen.

Beispiel: Du willst eine Wohnung für 250.000 € kaufen. Mit 20 % Eigenkapital brauchst du 50.000 € selbst. Du leihst dir 200.000 € von der Bank. Mit 10 % Eigenkapital brauchst du nur 25.000 €, borgst dir aber 225.000 €.

Je weniger Eigenkapital, desto höher ist deine Kreditrate und desto teurer wird die Finanzierung. Banken berechnen Zinsen und Gebühren. Zusätzlich können Kredite mit weniger als 10 % Eigenkapital schwierig zu bekommen sein oder deutlich höhere Zinsen kosten.

Wie berechnest du die Rendite einer Immobilie?

Das ist der kritische Punkt: Viele Menschen rechnen die Rendite falsch. Sie schauen nur auf die Mieteinnahmen und vergleichen diese mit dem Kaufpreis. Das ist unvollständig.

Die komplette Renditerechnung:

Brutto-Mietrendite:

(Jahresmiet / Kaufpreis) * 100

Bei 300.000 € Kaufpreis und 900 € Miete monatlich: (10.800 / 300.000) * 100 = 3,6 %

Netto-Mietrendite (der echte Wert):

(Jahresmiet minus Kosten) / Kaufpreis

Kosten: Grundsteuer, Versicherung, Instandhaltung, Reparaturen, Makler, Notargebühren, Grunderwerbsteuer. Die fressen oft 40-50 % der Miete auf.

Eigenkapitalrendite:

(Jahresgewinn / Eigenkapital) * 100

Mit 20 % Eigenkapital kann die Eigenkapitalrendite 8-15 % sein, auch wenn die Brutto-Mietrendite nur 3-4 % ist. Das ist der Hebeleffekt von Kreditfinanzierung.

Das wichtigste Wort in dieser Liste: Nebenkosten. Viele Immobilienverkäufer verschweigen oder unterschätzen diese dramatisch. Grundsteuer, Versicherung, Makler beim Verkauf (oft 7-9 % des Preises), Notargebühren, Grunderwerbsteuer (3-6 % je nach Bundesland), Instandhaltung und Reparaturen. Eine Dachneudeckung, neue Fenster oder eine Heizungsreparatur kann schnell 5.000 bis 30.000 € kosten.

Rechenbeispiel: Eine echte Immobilie

Das Szenario:

Kaufpreis: 300.000 €. Eigenkapital: 60.000 € (20 %). Kredit: 240.000 € bei 3,5 % Zinsen über 30 Jahre. Mieteinnahmen: 900 € monatlich.

Die Kosten pro Jahr:

Kreditrate (Zinsen + Tilgung): ca. 10.800 €

Grundsteuer: ca. 600 €

Versicherung: ca. 300 €

Instandhaltungsrücklage (2 % Kaufpreis): 6.000 €

Leerstand, Makler bei Vermietung, Verwaltung: 1.200 €

Summe Kosten: 18.900 €

Die Einnahmen pro Jahr:

Mieteinnahmen: 900 € * 12 = 10.800 €

Das Ergebnis:

10.800 € Einnahmen minus 18.900 € Kosten = minus 8.100 € Verlust pro Jahr. Du zahlst drauf. Das ist kein Einzelfall. In vielen Ballungsräumen ist die Netto-Mietrendite zwischen 2 und 3 %. Das ist weniger als die Inflation.

Wie kann das sein? Die Rechnung lohnt sich nur, wenn du auf Preissteigerung spekulierst. Die Hoffnung ist, dass die Immobilie im Wert steigt und du sie in 10 oder 20 Jahren mit Gewinn verkaufen kannst. Das ist echte Spekulation. Und während du spekulierst, zahlst du jährlich drauf.

Immobilien als Spekulation auf Preissteigerung

Nach unserem Rechenbeispiel: Die Immobilie verliert jährlich 8.100 €. Trotzdem kann sie eine rentable Anlage sein, wenn die Preise steigen. Wenn die Wohnung jährlich um 2 % im Wert wächst, steigt ihr Wert um 6.000 € pro Jahr. Das gleicht den Verlust zu einem großen Teil aus.

Das ist aber eine Spekulation. Preissteigerungen sind nicht garantiert. Immobilienmärkte sind lokal und regional sehr unterschiedlich. In strukturschwachen Gegenden stagnieren Preise oder fallen sogar. Dazu kommt: Wenn die Zinsen steigen, fallen oft Immobilienpreise, weil Menschen weniger Kredit bekommen.

Das Problem mit Hebelfinanzierung

Das klingt jetzt vielleicht kompliziert, aber es ist wichtig: Wenn du mit 80 % Fremdkapital eine Immobilie kaufst (also 20 % Eigenkapital), sprichst du von Hebelfinanzierung. Der Hebel funktioniert in beide Richtungen.

Wenn die Immobilie um 5 % im Wert steigt, steigt dein Eigenkapital um 25 %. Das klingt toll. Aber wenn die Immobilie um 5 % fällt, verlierst du 25 % deines Eigenkapitals. Es ist ein zweischneidiges Schwert.

Immerhin: Immobilien als Eigenheim

Der Kontext ist entscheidend. Eine Immobilie als Eigenheim, in dem du selbst wohnst, ist etwas anderes als eine Kapitalanlage. Du spart dir die Miete. Das ist ein echter wirtschaftlicher Vorteil, der nicht in Zahlen-Rentiteberechnungen auftaucht.

Wenn du davon ausgehst, dass die Miete für ein vergleichbares Objekt 1.500 € im Monat kostet und du in dein Eigenheim für 1.400 € Kreditrate zahlst, sparst du effektiv Geld. Das ist echte Rendite, nur eben nicht als prozentuale Zahlenreihe sichtbar.

Immobilien vs. ETFs: Das Fazit

ETFs gewinnen bei:

Liquidität, Flexibilität, niedrigem Startkapital, Transparenz der Kosten, diversem Risiko, Nachrangig, zeitliche Unabhängigkeit. Ein ETF-Sparplan kostet dich wenige Stunden im Jahr. Eine Immobilie ist ein Vollzeitjob.

Immobilien gewinnen bei:

Eigennutzung, langfristige Pläne mit über 15 Jahren Zeithorizont, wenn du mit Verstand finanzierst (20 % Eigenkapital plus), wenn du auf Preissteigerung wetten willst. Aber: Das ist nicht garantiert.

Mein ehrlicher Rat

Wenn du in der Lage bist, dir Eigenheim zu leisten und gerne ein eigenes Dach über dem Kopf hättest, kann eine Immobilie sinnvoll sein. Dann zahlst du die Miete an dich selbst statt an einen Vermieter. Das ist rationales Wirtschaften.

Wenn du aber rein aus Anlageperspektive fragst, ob eine Mietwohnung besser ist als ein ETF-Sparplan: Für die meisten Menschen sind ETFs die klügere Wahl. Sie sind transparenter, kosteneffektiver, brauchen weniger Kapital und binden dich nicht emotional. Du kannst jederzeit aussteigen, ohne ein Haus zu verkaufen.

Die wahrscheinlich beste Strategie: Wenn du kannst, kauf dir dein Eigenheim zu vernünftigen Konditionen. Und investiere darüber hinaus in einen ETF-Sparplan. Das kombiniert das Beste aus beiden Welten. Aber bitte nicht der Makler, die dir erzählt, dass eine Immobilie die Anlage des Jahrtausends ist. Das ist selten wahr, und oft ist der Makler der größte Profiteur.

Du bist noch unsicher, ob eine Immobilie für deine Situation sinnvoll ist? Lass dich unvoreingenommen beraten. Nutze unseren kostenlosen Renditerechner oder vereinbare ein Beratungsgespräch mit unseren Experten. Wir helfen dir, die richtige Entscheidung zu treffen.

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