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Absicherung8 Min.

Welche Versicherungen brauchst du wirklich?

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Max

Senior Berater · 31. März 2026

Du hast deinen ersten Job, endlich eigenes Geld auf dem Konto, und plötzlich flattern Angebote für Versicherungen aller Art ins Haus. Handyversicherung, Glasbruch, Sterbegeld, Zahnzusatz. Die Liste ist endlos und die Unsicherheit groß. Welche Versicherungen brauchst du wirklich? Die Antwort ist einfacher als du denkst: Versichere nur Risiken, die dich finanziell ruinieren könnten. Alles andere ist optional oder sogar überflüssig.

1. Das Prinzip: Nur existenzielle Risiken versichern

Die goldene Regel bei Versicherungen lautet: Versichere das, was du nicht aus eigener Tasche bezahlen könntest, ohne in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Ein kaputter Handybildschirm für 200 Euro ist ärgerlich, aber verkraftbar. Ein Haftpflichtschaden, bei dem du jemanden schwer verletzt, kann dagegen schnell sechsstellige Beträge erreichen.

Die Faustregel

Frag dich bei jeder Versicherung: „Könnte mich dieser Schaden finanziell ruinieren?" Wenn ja, ist die Versicherung sinnvoll. Wenn nein, kannst du den Betrag lieber sparen und dir selbst eine Rücklage aufbauen.

Dieses Prinzip hilft dir, den Versicherungsdschungel zu lichten. Im Folgenden gehen wir alle relevanten Kategorien durch: von Pflichtversicherungen über sinnvolle Ergänzungen bis hin zu Versicherungen, die du dir sparen kannst.

2. Pflicht-Versicherungen: Krankenversicherung und Kfz-Haftpflicht

Einige Versicherungen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Hier hast du keine Wahl, und das ist auch gut so, denn diese Versicherungen schützen dich und andere vor den gravierendsten Risiken.

Krankenversicherung (GKV oder PKV)

Jeder in Deutschland muss krankenversichert sein. Als Angestellter bist du automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Selbstständige und Gutverdiener über der Versicherungspflichtgrenze können in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Für Berufseinsteiger ist die GKV in den meisten Fällen die bessere Wahl: solider Schutz, kalkulierbare Beiträge, und Familienmitglieder können kostenlos mitversichert werden.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Wer ein Auto zulässt, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Sie deckt Schäden ab, die du mit deinem Fahrzeug bei anderen verursachst. Ohne diese Versicherung kannst du kein Fahrzeug anmelden. Tipp: Vergleiche jährlich die Tarife, denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind enorm.

3. Unverzichtbar: Private Haftpflicht und BU

Diese beiden Versicherungen sind zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber für jeden Berufseinsteiger praktisch ein Muss. Ohne sie gehst du Risiken ein, die dich im schlimmsten Fall finanziell vernichten können.

Private Haftpflichtversicherung

Du stolperst beim Radfahren und beschädigst ein parkendes Auto. Oder du verursachst einen Wasserschaden in deiner Mietwohnung. In solchen Fällen haftest du mit deinem gesamten Vermögen. Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt diese Kosten und kostet dich nur 3 bis 8 Euro im Monat. Achte auf eine Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro und darauf, dass Mietsachschäden eingeschlossen sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Deine Arbeitskraft ist dein wertvollstes Kapital. Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig, häufig durch psychische Erkrankungen oder Rückenprobleme. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht kaum zum Leben. Eine BU-Versicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger ist der Beitrag. Mehr dazu findest du in unserer ausführlichen Lektion zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Warum so früh wie möglich?

Sowohl die Haftpflicht als auch die BU solltest du so früh wie möglich abschließen. Bei der Haftpflicht gilt: Sobald du nicht mehr über deine Eltern mitversichert bist (meist mit Ende der Erstausbildung), brauchst du eine eigene Police. Bei der BU gilt: Jedes Jahr, das du wartest, macht den Beitrag teurer, und Vorerkrankungen können zum Problem werden.

4. Sinnvoll je nach Lebenslage: Hausrat, Auslandskranken, Rechtsschutz

Die folgenden Versicherungen sind nicht für jeden notwendig, können aber je nach Lebenssituation sehr sinnvoll sein. Prüfe ehrlich, ob sie auf dich zutreffen.

Hausratversicherung

Schützt dein Hab und Gut in der Wohnung gegen Feuer, Einbruch, Leitungswasser und Sturm. Sinnvoll, wenn du in einer eigenen Wohnung lebst und wertvolle Gegenstände wie teure Elektronik, Möbel oder Musikinstrumente besitzt. In einer sparsam eingerichteten WG mit wenig Wertsachen ist sie oft verzichtbar. Kosten: ca. 5 bis 15 Euro pro Monat, je nach Wohnungsgröße und Wohnort.

Auslandskrankenversicherung

Deine gesetzliche Krankenkasse zahlt im Ausland nur eingeschränkt und einen Krankenrücktransport in der Regel gar nicht. Eine Auslandskrankenversicherung kostet oft unter 10 Euro pro Jahr und ist besonders bei Reisen außerhalb der EU ein absolutes Muss. Selbst wenn du nur innerhalb Europas reist, ist sie für diesen Preis eine kluge Investition.

Rechtsschutzversicherung

Übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bei Rechtsstreitigkeiten. Kann sinnvoll sein, wenn du zur Miete wohnst (Mietrechtsschutz) oder arbeitsrechtliche Konflikte befürchtest. Für viele Berufseinsteiger ist sie aber noch nicht zwingend nötig. Tipp: Wenn du sie abschließt, achte auf die Wartezeit (meist 3 Monate) und prüfe, welche Rechtsbereiche abgedeckt sind.

5. Überflüssig: Auf diese Versicherungen kannst du verzichten

Die Versicherungsbranche lebt davon, dir Angst zu machen. Viele Versicherungen decken keine existenziellen Risiken ab und sind im Verhältnis zum Nutzen viel zu teuer. Hier eine Übersicht der häufigsten Kostenfallen:

Handy- und Elektronikversicherung

Meist überteuert und voller Ausschlüsse. Ein kaputtes Display ist ärgerlich, aber kein existenzielles Risiko. Leg lieber monatlich einen kleinen Betrag zur Seite.

Sterbegeldversicherung

Die Rendite ist miserabel. Du zahlst oft mehr ein, als am Ende ausgezahlt wird. Ein einfaches Sparkonto für Bestattungskosten ist die bessere Alternative.

Reisegepäckversicherung

Die Erstattungsbeträge sind oft gedeckelt und die Nachweispflichten hoch. In den meisten Fällen lohnt sich der Beitrag nicht.

Restschuldversicherung bei Krediten

Wird gerne beim Kreditabschluss mit angeboten und ist meist überteuert. Bei kleinen Kreditsummen völlig überflüssig. Bei großen Summen (z.B. Immobilienkredit) ist eine Risikolebensversicherung die bessere Wahl.

Brillenversicherung / Zahnzusatz (in jungen Jahren)

Als junger Mensch mit gesunden Zähnen zahlst du statistisch mehr ein, als du herausbekommst. Eine Zahnzusatzversicherung kann ab Mitte 30 sinnvoll werden, wenn teurere Behandlungen wahrscheinlicher werden.

Merke dir

Jeder Euro, den du in eine überflüssige Versicherung steckst, fehlt dir beim Vermögensaufbau. Rechne nach: 30 Euro im Monat für unnötige Versicherungen sind 360 Euro pro Jahr. Über 30 Jahre in einen ETF investiert (7 % p.a.) wären das rund 34.000 Euro.

6. Checkliste: Dein persönlicher Versicherungs-Check

Geh diese Checkliste durch und hake ab, was auf dich zutrifft. So bekommst du einen schnellen Überblick über deinen aktuellen Stand:

Krankenversicherung vorhanden?

Als Angestellter automatisch, als Selbstständiger selbst kümmern.

Private Haftpflicht abgeschlossen?

Prüfe, ob du noch über deine Eltern mitversichert bist. Wenn nicht: sofort abschließen.

BU-Versicherung abgeschlossen?

Je früher, desto günstiger. Lass dich unabhängig beraten und vergleiche Tarife.

Kfz-Haftpflicht (falls Auto vorhanden)?

Pflichtversicherung. Jährlich Tarife vergleichen spart bares Geld.

Unnötige Versicherungen gekündigt?

Geh deine Kontoauszüge durch und kündige, was du nicht brauchst.

Lebenslage-abhängige Versicherungen geprüft?

Hausrat, Auslandskranken, Rechtsschutz: Nutze das Quiz unten, um herauszufinden, was für dich sinnvoll ist.

Du bist dir unsicher, welche Versicherungen für deine persönliche Situation sinnvoll sind? Dann nutze unseren interaktiven Versicherungs-Check. Er fragt deine Lebenssituation ab und gibt dir eine individuelle Empfehlung mit klaren Prioritäten.

Versicherungs-Check

Beantworte 6 kurze Fragen und erhalte deine persönliche Empfehlung.

Frage 1 von 617 %

Wie alt bist du?

Dein Alter beeinflusst, welche Versicherungen sinnvoll und bezahlbar sind.

Versicherungen sind ein wichtiger Baustein deiner finanziellen Absicherung, aber eben nur ein Baustein. Kombiniere deine Versicherungsstrategie mit einem soliden Notgroschen und einem langfristigen Vermögensaufbau. So bist du auf der sicheren Seite und legst gleichzeitig das Fundament für deine finanzielle Freiheit.

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